
Verschwommene Havel, gesammelter Fluss
mit der Arbeit
“Gab’s nicht
gibt’s nicht”
“Gab’s nicht gibt’s nicht” ist ein 10-minütiges Live Hörstück mit Stoffinstallation und funktioniert gleichzeitig als Erinnerungsort - als “Mobile Nişan”. Es ist inspiriert von den Nişans entlang der Tigris, die 2020 in den Ilısu Staudamm gemacht wurde. Die Nişans waren einst yezidische Tempel, in denen man einen Wunsch hinterließ. Im 1. Video ist das vielleicht letzte Überbleibsel von Erinnerung an yezidisches Leben nach der Überschwemmung von Silexerê zu sehen.
Bei der Performance im Literarischen Colloquium Berlin war geplant, dass der Stoff mit den Wunschknoten des Publikums zum Schluss an der Mauer zum Wannsee installiert wird. Es gelang uns nicht, den Stoff vollständig aus dem Kanister zu holen, was das Publikum jedoch nicht davon abhielt, seine Wünsche in den Stoff zu knoten. Das Hörstück besteht aus einem eigenen Text, Melodien erinnerter yezidischer Lieder und der Wiederholung des beruhigenden Singsangs meiner Großmutter, sowie Klängen von Wasser, einem Marsch auf dem Kieselweg und Landleben, die ich in den Schweizer Bergen und am Stechliner See aufgenommen habe.
Trailer von Teresa Hoffmann





Foto/Video: Jana Kießer & Jacqueline Saki Aslan